Ärztl. PsychotherapeutIn (tiefenpsych. fundiert)

Ärztliche Psychotherapeutin, ärztlicher Psychotherapeut (tiefenpsychologisch fundiert)

Der Begriff Tiefenpsychologisch fundierte Psychotherapie ist eine deutsche Erfindung, denn diese Methode wurde bei der Aufnahme der Psychotherapie in die kassenärztliche Versorgung eingeführt. International ist der Begriff psychodynamische Psychotherapie üblich. Tiefenpsychologie arbeitet mit dem Theoriefundus der Psychoanalyse. Allerdings werden begrenzte Therapieziele gesetzt. Daraus ergibt sich die Notwendigkeit, auf bestimmte Konflikte zu fokussieren und die Regression zu kontrollieren. Die Schwierigkeiten im Hier und Jetzt stehen im Vordergrund der Arbeit. Tiefenpsychologisch fundierte Psychotherapie ist in Deutschland in der kassenärztlichen Versorgung das am häufigsten eingesetzte Verfahren.
Wir halten eine gründliche theoretische und praktische Auseinandersetzung mit Psychotherapie und Psychoanalyse für unabdingbar. Wir haben einen einheitlichen Weiterbildungsgang Tiefenpsychologie für Ärzte konzipiert, der Ihnen die drei Abschlüsse ermöglicht:

  • Psychotherapieteil des Facharztes für Psychosomatik und Psychotherapie (Hier gehen wir davon aus, dass Teile der Anforderungen in stationären Einrichtungen abgeleistet wurden).
  • Psychotherapieteil des Facharztes für Psychiatrie (Teile der Anforderungen werden im Stationsdienst und über den WVPPH abgedeckt).
  • fachgebundene Psychotherapie.

Curriculum

Praxis: 15 Erstinterviews unter Supervision,
Psychotherapien mit Supervision nach jeder 4. Stunde: Facharzt für Psychosomatik und Psychotherapie: ambulante Langzeittherapien: 6 Einzeltherapien über 50 bis 120 Stunden pro Behandlungsfall.
Für den Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie:  240 Stunden. Behandlung
Für die fachgebundene Psychotherapie: 120 Stunden als Kurzzeittherapien, davon drei abgeschlossene Fälle.
Lehrtherapie: In der Regel die Weiterbildung begleitend, die Frequenz wird zwischen Lehrtherapeut und Kandidat vereinbart (eine oder mehrere Wochenstunden). Wichtig: in der Weiterbildungsordnung für den Facharzt für Psychosomatik wird auch eine Gruppenselbsterfahrung verlangt. Für den Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie ist auch eine Gruppenselbsterfahrung möglich. Wenden Sie sich bei Fragen an den Geschäftsführer.
Theorie: Das Curriculum umfasst 6 – 8 Semester.
Die Aus- und Weiterbildung beginnt mit der einführenden Propädeutik: Übungen zur psychodynamischen Diagnostik. Dieses Seminar soll Sie in Thema und Institut einführen.
Die theoretischen Grundlagenseminare haben verschiedene Themen der Tiefenpsychologie: u.a. Allgemeine und spezielle Neurosenlehre, Entwicklungspsychologie, Psychoanalytische Persönlichkeitslehre, Krisenintervention, Suizidalität, Psychosomatik, Psychotherapie in verschiedenen Lebensaltern, Frühe Störungen, Borderline, Narzissmus
Praxisseminare: Ab dem 2. Semester besuchen Sie die Erstinterviewseminare und nach der Zwischenprüfung die Fallseminare sowie die Seminare zur Behandlungstechnik.
Themen der vertiefenden fakultativen Ergänzungsseminare sind u.a. Selbstpsychologie, Traumatherapie und Bindungstheorie.
Der Besuch zusätzlicher Themenseminare ist möglich.
Nach Weiterbildungsordnung gilt: Facharzt Psychosomatik und Psychotherapie 240 Stunden Seminar. Facharzt Psychiatrie und Psychotherapie 100 Stunden Seminar, fachgebundene Psychotherapie 100 Stunden Seminar.  Unser Angebot umfasst 140 Doppelstunden.

Zeitschienen an der APH
vor der Zwischenprüfung:

ZeitMontag
19.00 UhrGrundlagen Theorie
20.30 UhrGrundlagen Klinisch

nach der Zwischenprüfung:

ZeitDienstag
19.00 UhrTiefenpsychologie Klinischer Kurs
20.30 UhrThemenseminare


Kosten und Einnahmen
Die Kosten und Einnahmen sind unterschiedlich je nach Weiterbildungsverlauf und nach den allgemeinen Bedingungen. Sie können nur überschlägig kalkuliert werden (daher sind alle Angaben ohne Gewähr).

Allgemeine Kosten
Die Semestergebühren betragen z. Zt. € 400, in 8 Semestern also:  – €  3.200
Supervision von 15 Erstinterviews (à € 80 ±10 %), ca.:                     – €  1.200
2 Prüferhonorare Vorkolloquium à € 80:                                              – €     160
150-200 Stunden Lehrtherapie (à € 80 ±10 %):
kosten also: € 12.000 – 16.000 (±10 %), gemittelt ca.:                       – € 14.000
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Gesamt                                                                                               – € 18.560

Einnahmen und Kosten aus Behandlungen unter Supervision
Die Vergütung der Behandlungsstunden ist abhängig vom aktuellen Punktwert sowie von der Höhe der Institutsambulanzabgabe. Derzeit erhalten die Kandidaten für eine Behandlungsstunde (nach Abzug der Ambulanzabgabe von derzeit 15%) ca. € 73. Der genaue Betrag richtet sich nach den aktuellen Gegebenheiten.

Einnahmen und Ausgaben bei 120 Stunden Behandlung
Einnahmen von ca.                                                                            + € 8.760
Supervisionskosten (30 Std.) von ca.:                                               –  € 2.400
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Gesamt                                                                                              + € 6.360

Einnahmen und Ausgaben bei 240 Stunden Behandlung
Einnahmen von ca.                                                                            + € 17.520
Supervisionskosten (60 Std.) von ca.:                                               –  €   4.800
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Gesamt                                                                                              + € 12.720

Einnahmen und Ausgaben bei 360 Stunden Behandlung
Einnahmen von ca.                                                                            + € 26.280
Supervisionskosten (90 Std.) von ca.:                                               –  €   7.200
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Gesamt                                                                                              + € 19.080